Wenn die Trainingshalle zum Minenfeld wird: Psychische Gesundheit im Leistungssport
In der neusten Folge von «psyche unplugged: Der Psychiatrie-Podcast» sprechen wir mit Analena Hofer über ihre Erfahrungen im Nationalkader, psychische Gewalt im Spitzensport und Warnzeichen.
Als Analena Hofer als kleines Mädchen mit Kunstturnen anfing, merkte sie schnell, dass ihr dabei Elemente wie Tanz und Musik fehlen. So begann sie im Alter von fünf Jahren mit der rhythmischen Sportgymnastik. Zwei Jahre später wird sie vom Regionalen Leistungszentrum gescoutet, trainiert ab da vier bis fünf Mal die Woche. Neben Schule und Training blieb wenig Zeit für Freunde ausserhalb des Sportes. Die Freude an der rhythmischen Sportgymnastik und neugewonnene Freundschaften motivierten Analena aber, weiterzumachen. Hartes Training und voller Einsatz zahlen sich aus. Als 2020 der Eintritt in das Nationalkader folgte, ging für die damals 15-Jährige ein Traum in Erfüllung.
Dieser Erfolg brachte jedoch auch Schattenseiten mit sich: Spannungsfelder, Angstzustände, ein Gefühl von «neben sich zu stehen», immenser Druck. Rückblickend erzählt Analena, dass sich dieses unter Druck stehen bereits fünf Jahre zuvor – da war sie gerade einmal 10-jährig – abzeichnete. Es waren nicht die intensiven Trainingseinheiten, die zum Problem wurden. Harte Umgangsformen, bewusst gesteuerter Konkurrenzkampf, manipulative und drohende Aussagen bestimmten den Alltag.
Dass etwas nicht stimmte, merkten ihre Eltern schnell. Sie sprachen Analena darauf an, zeigten ihr auf, dass ein Rücktritt jederzeit eine Option ist. «Ich hatte mega Glück mit meinen Eltern» sagt die heute 19-Jährige. Als Teammensch hatte sie jedoch das Gefühl, mit einem Rücktritt würde sie die Gruppe im Stich lassen. So hielt sie ihre Rolle im Nationalkader, merkte aber, dass ihre Verfassung immer schlechter wurde. Als Analena und eine weitere Spitzenathletin ihren Rücktritt geben, tritt das eine Kettenreaktion los: der Verband löst das Nationalkader auf. Der Hammer folgt ein paar Tage später, als die beiden jungen Frauen in einer Medienmitteilung als Sündenböcke und verantwortlich für diesen Entscheid an den Pranger gestellt werden.
Mit der Unterstützung ihres Umfeldes sucht sich Analena professionelle Hilfe. Diszipliniert nimmt sie morgens vor der Schule Therapietermine wahr, beginnt mit der Aufarbeitung des Erlebten. In der Folge «Wenn die Trainingshalle zum Minenfeld wird: Psychische Gesundheit im Leistungssport» von psyche unplugged teilt sie ihre Geschichte. Gemeinsam mit Daniela Sinsel und PD Dr. med. Christian Mikutta diskutieren wir Verhaltensmuster und Warnzeichen. Wir sprechen über Systemfehler und thematisieren, weshalb Aufklärung über psychische Gewalt und mentale Gesundheit in jedem Sportverband notwendig sind.
In der neusten Folge von «psyche unplugged: Der Psychiatrie-Podcast» sprechen wir mit Analena Hofer über ihre Erfahrungen im Nationalkader, psychische Gewalt im Spitzensport und Warnzeichen. Daniela Sinsel und PD Dr. med. Christian Mikutta ordnen ein und zeigen auf, weshalb Aufklärung nicht nur wichtig, sondern notwendig ist. Wie es Analena heute geht, ob sie wieder Sport macht und was sie jungen Sportlerinnen und Sportlern auf dem Weg geben möchte – das erfahren Sie bei «psyche unplugged». Jetzt reinhören.