Transkranielle Magnetstimulation

In der klinischen Behandlung von Depressionen mittels transkranieller Magnetstimulation nimmt die Privatklinik Meiringen schweizweit eine Vorreiterrolle ein. Das Labor für Transkranielle Magnetstimulation der Privatklinik Meiringen wurde 2012 gegründet. Der Schwerpunkt der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) liegt bei der Behandlung von Depressionen.

Der erste Magnetstimulator wurde 1982 an der Abteilung Medical Physics and Clinical Engineering der Universität Sheffield entwickelt. Die Behandlung depressiver Patientinnen und Patienten mit repetitiver (wiederholter) transkranieller Magnetstimulation fand erstmals 1994 durch Mark Hallett am National Institute of Health in Bethesda Maryland statt, d. h. diese Behandlungsmethode wird in den USA bereits seit 20 Jahren eingesetzt. Die gute Wirksamkeit wurde seitdem weltweit in zahlreichen Forschungsstudien bestätigt.

Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation macht man sich zunutze, dass hochfrequente Magnetimpulse zu einer Steigerung der Erregbarkeit in der Hirnrinde führen. Depressionen resultieren neurobiologisch betrachtet aus der verminderten Aktivität des seitlichen Stirnhirns (dorsolateraler präfrontaler Kortex) der linken Hirnhälfte und der gesteigerten Aktivität des tiefer liegenden Emotionszentrums (Limbisches System). Folglich profitieren depressive Patienten von einer gezielten Stimulierung des Stirnhirns der linken Seite. Die rTMS Behandlung erfolgt als Kurzzeittherapie zwischen vier und sechs Wochen.

Aus diesem biologischen Ungleichgewicht der Aktivität verschiedener Hirnareale folgt die für Depressionen typische, umfangreiche Symptomatik mit Beeinträchtigung von Gefühlen, Antrieb, Körpermotorik, Denken, sozialem Verhalten und weiteren körperlichen Beschwerden. Durch die Stimulierung des Stirnhirns der linken Seite profitieren die dort lokalisierten Funktionen des Denkens, die im Rahmen der Depression oft reduziert sind (Konzentration, Gedächtnis, Handlungsplanung, Offenheit für neue Umweltstimuli). Insbesondere findet die Verarbeitung von positiven Emotionen in der linken Hirnhälfte statt. Es kommt hier zu einer Normalisierung des regionalen Erregbarkeits- oder Aktivitätsniveaus durch Induktion neuroplastischer Veränderungen.

Antidepressiva (serotonerge/ noradrenerge Mechanismen) wirken zwar regulierend (dämpfend) auf limbische Strukturen, doch nehmen sie wenig Einfluss auf Prozesse der präfrontalen Hirnrinde. Somit stellt die transkranielle Magnetstimulation eine Ergänzung dar zur antidepressiven Medikation. Insbesondere Patientinnen und Patienten, die auf Medikamente eher schlecht ansprechen, zeigen oft eindrückliche Behandlungserfolge, d. h. sie finden in der Magnetstimulation eine wertvolle Alternative zu anderen Therapieverfahren.

Der grosse Vorteil der Behandlung mittels Magnetstimulation liegt darin, dass die Methode nicht invasiv und völlig schmerzlos ist, es gibt kaum relevante und keinerlei dauerhafte Nebenwirkungen. Für Patienten mit erhöhtem Risiko für epileptische Krampfanfälle ist die Magnetstimulation allerdings nicht geeignet.

Depressionen werden in der Privatklinik Meiringen nach einem ganzheitlichen Konzept behandelt, dabei wird das Vorgehen individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Bei diesem Konzept nehmen antidepressive Medikamente und transkranielle Magnetstimulation speziell Einfluss auf die neurobiologische Dysfunktion.

Darüber hinaus wird in der begleitenden Gesprächstherapie immer die biographisch verstehbare individuelle Entwicklung und der Einfluss sozialer und kultureller Faktoren beleuchtet. Ausserdem steht mit einem verhaltenstherapeutischen Ansatz ein umfangreiches Angebot an Aktivierungs- und Körpertherapien zur Verfügung. Erst aus der Kombination dieser Behandlungsmethoden resultieren die überzeugenden Behandlungsergebnisse der Privatklinik Meiringen.

Leitung:
Dr. med. Claus Aichmüller, Leitender Arzt

Mitarbeiter:
Martine Reinhard, Pflegefachfrau HF; Heidi Huber, Pflegefachfrau HF; Monika Maurer, Pflegefachfrau HF

Externe Kooperationen:
Priv.-Doz. Dr. med. Frank Padberg, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Luwig-Maximilians-Universität München
Dr.-Ing. Kerstin Häringer, Christian Hirschbeck, Mag&More GmbH München